52 Stromstrampler – mein E-Bike

Definition “bergig”

viele Berge aufweisend, reich an Bergen, schwer bezwingbar, außer Atem wenn oben

Bitte verzeiht es mir, aber ich HASSE es mit dem Fahrrad zu fahren. Ich kann einfach nichts daran finden, mir Blasen am Hintern zu holen, um die Berge dann doch nicht hinauf zu kommen.

Mit dem Wohnmobil hat man nun aber das Problem, dass man nicht mobil ist, wenn man mit dem Womo auf einem Campingplatz steht und sich eingerichtet hat. Um dieses Problem zu umgehen hatte ich trotz meiner Abneigung oft ein Fahrrad dabei wenn ich geplant hatte länger irgendwo zu stehen.

Ich nannte meinen alten Drahtesel “Stadtschlampe” und ich hatte Stadtschlampe auch dabei, als ich in Kroatien war. Istrien ist wirklich schön, hat nur den Nachteil, dass es ziemlich hügelig ist, was meinen übersichtlichen Biker Skills nicht unbedingt entgegen kommt. Ich kann mich noch gut an einen Roadtrip zum Supermarkt erinnern, bei dem ich mit dem Rücksack Bier Fleisch und Kartoffeln kaufen wollte. Ich kam schon nass geschwitzt im völlig unterkühlten Supermarkt an und hatte eigentlich schon gar keine Lust mehr. Die Rückfahrt sollte noch schlimmer werden und nachdem ich mit meinen Einkäufen keuchend am Campingplatz ankam, war mir klar, dass ich so ne Tour nicht mehr machen würde und dass ich eine Alternative bräuchte.

Mein Traum wäre eine Honda Dax auf einer Rollerbühne an Herrn Joplin, da das preislich aber völlig aus dem Rahmen fiel, verabschiedete ich mich recht schnell wieder von diesem Traum.  Ich hatte einen Fahrradträger mit einer Traglast von 60 kg an Herrn Joplin und Plan B sollte ein klappbarer Elektro roller sein. Die Teile kosten aber richtig Kohle (zumindest das Modell, dass ich haben wollte) und haben immer noch Blei Säure Batterien, mit denen ich in meinem Leben noch nie viel Glück hatte. Ok Plan A nur ein Traum, Plan B nicht ganz billig und irgendwie nur semicool, also musst Plan C her.

Passionierte Radfahrer lachen vielleicht über E-Bikes aber für mich sind sie eigentlich genau das, was ich brauche. Unterstützung am Berg. Ich fing an mich damit zu beschäftigen und mich über das Thema schlau zu machen. Als ich die Preise sah, setzte ich mich dann doch auf den Hintern. Es war klar, dass ich außerhalb von Roadtrips und Reisen das Teil NIE benutzen würde und fand es deswegen krass dafür zwischen 2000 und 4000 Euro auszugeben. Schon alleine wegen der aufgerufenen Preise schien Plan C auch ins Wasser zu fallen.

Ich trieb mich relativ oft auf der Homepage Greenstorm. Rum wo Fahrräder verkauft wurden, die bei E-Bike-Verleihern im Einsatz waren. Es gab dort unterschiedlichste Bike, aber meine Recherchen dort ergaben, dass ich wahrscheinlich mit einem E-Mountainbike am glücklichsten werden würde. Sie sind robuster, die Reifen sind breiter und alles in allem sahen sie weniger uncool aus als ein “Tiefeinsteiger mit Akku im Gepäckträgergestell”. Nun wusste ich, wonach ich würde Ausschau halten müssen. Details wie Mittelmotor oder Hinterradnabenmotor waren mir völlig schnuppe, Hauptsache das Teil würde mich den Berg hoch bringen. 

Ich weiß nicht wie oft ich kurz davor war, mir ein Bike bei Greenstorm zu bestellen, aber trotzdem hielt mich immer irgendetwas zurück. Eines Tages war ich auf der Site von Decathlon um Neoprensocken für mich zu bestellen und dort bewarben Sie ihre Sonderangebote von Ebikes aus der letzten Saison. Da ich ja eh im Thema war schaute ich mir die beworbenen Teile und deren Bewertungen an. Für einen E-Bike-Crack wären die Räder sicherlich nichts gewesen, aber für mich als ab-und-zu-Fahrer waren sie nicht uninteressant. 

Irgendwann machte ich dann Nägel mit Köpfen, suchte mir eins aus und lies es in meiner favorisierten Filiale zurückstellen und holte es auch relativ kruzfristig ab.

Es war ein Rockrider 6061 in schwarz/blau mit Hinterradnarbenmotor, 27,5er Reifen und 9 Gang-Schaltung. Optisch macht es einiges her (was mir gar nicht so Recht ist, denn ein gutes Aussehen kann bei Leuten die nix davon kennen Begehrlichkeiten wecken). Es fährt sich wirklich gut, auch wenn die Schaltung ein bissl empfindlich ist, und sich gern mal verstellt. Die Unterstützung des Motors setzt relativ überraschend und ruckartig ein. Für viele sicherlich nervig, aber ich habe mich dran gewöhnt. Na klar wäre hydraulische Scheibenbremsen besser, aber mich bringen sie immer zum stehen.

Das Rockrider ist relativ groß und schwer und die irgendwie überbreiten Reifen sind recht laut. ABER wenn man bedenkt, wo ich biktechnisch her komme, ist das Rad wirklich völlig in Ordnung und für meine Zwecke ausreichend. 

Mein Fazit fällt deswegen so aus, dass ich es einem nullcheckenden Fahrradhasser für seine seltenen Radtrips empfehlen würde und jemanden der gerne und häufiger mit dem Rad fährt würde ich empfehlen, sich nach etwas anderem umzuschauen und womöglich etwas mehr Kohle auszugeben.

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